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Die Dreifert Straße

Die frühere Gymnasial-Straße entstand unmittelbar nach dem Bau des Städtischen Gymnasiums 1865/66 an der Promenaden-Straße durch den Ausbau eines schmalen Fußweges. Die kurze Straße verläuft in Nord-Süd-Richtung und verbindet die Zimmerstraße mit der Puschkinpromenade.
Am 01.11.1925 erhielt sie den Namen Dreifertstraße zu Ehren des Geheimrats Hugo Dreifert. Der Straßenzug weist eine vielfältige Bebauungsstruktur auf. Neben von der Straße zurückgesetzten Einzelhäusern, einer kurzen geschlossenen Mietwohnhauszeile und unbebauten Bereichen, bestimmen besonders das 1913 entstandene Königliche Eichamt und die Fabrikgebäude der bereits 1843 gegründeten Segeltuchfabrik Förster& Kufs das Straßenbild. Den Südeingang dominiert das in Ecklage errichtete ehemalige Gymnasium, den Nordeingang ein prunkvoller Neurenaissance-Eckbau zur Friedrich-Ebert-Straße. Im September 2011 erhielt ein besonders interessantes Wohnhaus in der Dreifertstraße 8 den Cottbuser Denkmalpreis.

Biographie

Hugo Dreifert, geboren in Cottbus am 01.Juni 1862, entstammt einer Kaufmannsfamilie. Sein Elterhaus war die Dreifertstraße 10. Nach dem Besuch des Cottbuser Friedrich-Wilhelms-Gymnasium studierte er Jura in Leipzig, Freiburg im Breisgau, München und Berlin. In Berlin arbeitete er kurze Zeit als Gerichtsassessor, um danach in seiner Heimatstadt im Magistrat als Stadtrat und Stadtsyndikus zu arbeiten. Hugo Dreifert hatte 1894 – 1905 das Amt des 2.Bürgermeister von Cottbus inne, 1905 – 1907 war er 1.Bürgermeister der Stadt Brandenburg und von 1907 – 1914 arbeitete er wieder als Oberbürgermeister von Brandenburg an der Havel. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges bewarb er sich 1914 um die Stelle des Oberbürgermeisters – und erhielt im Stadtparlament unter den Bewerbern die meisten Stimmen. Als Paul Werner sich mit 65 Jahren vom Amt zurückzog, übernahm Hugo Dreifert das Amt für die schweren Zeiten des Krieges, der revolutionären Unruhen, der inflationären Nachkriegsjahre. Das von Dreifert geführte Stadtparlament machte Gelder frei zum Kauf von Schuhen für mittellose Familien, für die Einrichtung von Wärmehallen im Winter, vor allem aber für den sozialen Wohnungsbau in der Dresdener, Bautzener und Berliner Straße. Dreifert setzte sich für den Bau des Strombades und die Anlage des Nordparks ein. Er war Hauptinitiator des Vereins für Heimatkunde. Bei der Vereinsgründung 1905 übernahm er auch im Oktober 1905 den Vorsitz des „Vereins für Heimatkunde Cottbus e.V.“. Unter den Stadtoberhäuptern zwischen 1848 und 1945 war er der einzige gebürtige Cottbuser. Hugo Dreifert erlitt am 29.07.1925 im Amt einen tödlichen Schlaganfall.

Heimatverein Cottbus

Die Vereinsgründung war Verdienst des Oberbürgermeister Hugo Dreifert. Bereits 1904 lud Hugo Dreifert etwa 30 Herren ein, um über eine Vereinsgründung zu beraten. Am 15.02.1905 fand die Vereinsgründung statt und der „Verein für Heimatkunde e.V.“ nahm am 18.10.1905 seine Tätigkeit unter dem Vorsitz von Hugo Dreifert auf. Es wurden vor- und frühgeschichtliche Gegenstände, aber auch naturhistorische und völkerkundliche, gesammelt. Dazu kamen Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte. Ebenso befasste sich der Heimatverein mit Vorträgen und Veröffentlichungen von Forschungsergebnissen. Aber auch Ausflüge der Vereinsmitglieder in die nähere und fernere Umgebung und der Aufbau eigener Sammlungen lassen auf ein reges Vereinsleben schließen.

Preußisches Herrenhaus in Berlin

Das Preußische Herrenhaus war der Sitz des Preußischen Oberhauseses der Ersten Kammer des Preußischen Landtages im Deutschen Reich. Hugo Dreifert war hier von 1905 – 1914 Mitglied.

Dreifertstraße 8 Blick in die Dreifertstraße