Tourismus in Cottbus

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Die Domaskojc-Straße

Die Marjana-Domaskojc-Straße befindet sich im Norden der Stadt Cottbus im Stadtteil Neu-Schnellwitz. Sie schließt sich an die Gerhard-Hauptmann-Straße an und verläuft Richtung Norden bis zur Lakomaer Chaussee. Die Straßenbenennung erinnert noch heute an eine literarische Patriotin.

Biographie

Marjana Domaskojc wurde am 28.Februar 1872 in Zahsow geboren. Ihre Eltern besaßen in der Nähe der Zahsower Schanze eine kleine Landwirtschaft. Sie bewohnte das kleine geerbte Häuschen nach dem Tod ihrer Eltern mit ihrer Schwester Liza. Nach dem Besuch der Volksschule begann Marjana 1886 in einer Textilfabrik in Cottbus zu arbeiten. Marjana Domaskoj war viele Jahre, bis 1931 dort beschäftigt. Sie sammelte Eindrücke und Erfahrungen, sie informierte sich über die wendisch deutschen Arbeitsverhältnisse in der Niederlausitz und lernte die Stadtarmut kennen. Sie wollte die sozialen Ungerechtigkeiten nicht akzeptieren. 1925 begann Marjana Domaskojc sich literarisch zu betätigen. Es entstanden viele Gedichte, autobiographische Erzählungen, Reportagen und auch zwei Theaterstücke. Marjana Domaskojc schrieb auch patriotische Gedichte, in denen sie sich mit der Situation der Sorben und Wenden zeitkritisch auseinandersetzte. Sie veröffentlichte auch ständig Artikel in der sorbischen Wochenzeitung „Serbski Casnik“. In der Zeit des Faschismus wurde Marjana Domaskojc als gefährliche Sozialdemokratin in den Akten der Gestapo eingestuft. 1929 erschien ihr sozialkritisches Theaterstück „Aus dem Leben der Armen“, in welchem sie die Lebensverhältnisse der Sorben beschrieb. Das Stück konnte auf Grund des Widerstandes deutschnationaler Kreise nicht in Deutschland aufgeführt werden, da vor allem die tragende Figur des Juden Aron positiv beschrieben wurde. 1932 wurde es aber erstmals in Prag in tschechischer Sprache aufgeführt. Marjana Domaskojc verstarb am 11 August 1946 in Zahsow. In der DDR wurde die damalige „Sorbische Erweiterte Oberschule“ in Cottbus nach ihr benannt. 1990 wurde die Schule leider aus unerklärlichen Gründen in Niedersorbisches Gymnasium umbenannt.