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Die Willi-Budich–Straße

Die Willi - Budich - Straße befindet sich im Norden der Stadt Cottbus im Stadtteil Neu-Schmellwitz. Mehrere Wohnblocks, in der modernen Plattenbauweise nach 1970 erbaut, säumen die kleine Straße. In der Willi - Budich – Straße befindet sich die Integrations- Kindertagesstätte „Sonnenblume“, Träger der Kita ist der AWO Regionalverband Brandenburg e.V. Mit der Straßenbahnlinie 4 erreicht man den Stadtteil Neu-Schmellwitz, von der Endhaltestelle sind es nur wenige Minuten Fußweg zur Willi – Budich – Straße. Auch diese Straßenbezeichnung in dem Stadtteil ist einem verdienten Cottbuser Arbeiterkämpfer gewidmet.

Biographie

Willi Budich wurde am 16.April 1890 in Cottbus geboren und ist am 22. März 1938 (eventuell auch 1941) in der Sowjetunion erschossen worden. Willi Budich wurde als Sohn eines sorbischen Bauern und Gastwirts geboren. Nachdem er die Volksschule besucht hatte, erlernte er das Schlosserhandwerk. Er studierte später an der Fachschule Mittweida fünf Semester Ingenieurwesen, ohne einen Abschluss zu erreichen. 1914 wurde er zum Militärdienst einberufen, er nahm als Kanonier am 1.Weltkrieg teil. Er wurde mehrfach verletzt. Seit 1910 gehörte Budich der SPD an, 1917 wechselte er in die USPD. Im Herbst 1917 war Budich einer der Mitbegründer des Spartakusbundes in Deutschland. Er war einer der aktivsten Organisatoren des Bundes in Berlin. Im März 1918 wurde Budich verhaftet, kam aber durch die Ereignisse der Novemberrevolution wieder auf freien Fuß. Am 15.November 1918 organisierte und leitete Budich den gegründeten „Roten Soldatenbund“, der dazu aufrief, Offiziere aus den Soldatenräten auszuschließen. Budich beteiligte sich im Dezember 1918 an Kampfhandlungen zwischen linksgerichteten Revolutionären und dem neu aufgestellten Freikorps der Regierung. Budich wurde bei einem Gefecht am 6. Dezember 1918 schwer verwundet, er verlor einen Arm. Deshalb konnte er am Gründungsparteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) nicht teilnehmen. 1919 wurde Budich von der KPD-Führung in Berlin nach München entsandt, um sich an der Errichtung und Verteidigung der Bayerischen Räterepublik zu beteiligen, in der er als Mitglied des Exekutivkommites eine führende Rolle spielte. Budich war 1920 Mitverfasser des Aufrufes der KPD an die Arbeiterschaft während des Kapp-Lüttwitz–Putsches. Er reiste in dieser Zeit in die Sowjetunion, wo er eine vertiefende militärische Ausbildung erhielt. Er nahm an der Seite der Roten am Russischen Bürgerkrieg teil. 1921 kehrte Budich nach Deutschland zurück und wurde sofort verhaftet, er konnte fliehen und kehrte in die Sowjetunion zurück. Budich lebte in den folgenden Jahren als Sekretär der deutschen Abteilung der Internationalen Roten Hilfe in Moskau. Unter dem falschen Namen Gerbilski war er 1924 Direktor der ersten sowjetischen Handelsvertretung in Wien. 1929 kehrte Budich nach Deutschland zurück. Er arbeitete eine lange Zeit als Redakteur für die Rote Fahne. Im November 1932, bei den Reichstagswahlen zog Budich auf Vorschlag der KPD in den Reichstag ein, dem er bis März 1933 angehörte. Bei einem Tumult im Reichstag erlitt Budich so schwere Verletzungen, dass er danach gehbehindert war. Budich wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verfolgt. Nach der Inhaftierung in Zuchthäusern und Konzentrationslagern emigrierte er im August 1933 über Prag in die Sowjetunion. Durch Angehörige der SA wurde Budich so schwer misshandelt, das er dauerhaft seh- und hörbehindert war. Unter dem falschen Vorwurf , mit der Gestapo zusammen gearbeitet zu haben wurde er 1936 im Zuge der stalinistischen Säuberung verhaftet. Am 22.März 1938 wurde Budich zu Tode verurteilt, und am gleichen Tag erschossen. Andere Quellen geben das Jahr 1941 für die Erschießung an. 1955 wurde Budich vom Obersten Gericht der UdSSR rehabilitiert. 1981 eine Straße in Neu-Schmellwitz nach Willi–Budich benannt.